Snakeytox, Audiofrosch und Enfants terribles Studioblog

Nataly singing Sorry Seems to be the Hardest Word

19. November 2011 von Audiofrosch

Florent Marchet – Gargilesse

29. Oktober 2011 von Audiofrosch

Plattenläden sind eine furchtbare Erfindung. Sie verstecken so viele Lieder, die wir nie hören werden. So viel Musik, die uns bestimmt unglaublich gut gefallen würde, die wir aber nie hören werden. Traurig.

Am 31. Oktober 2011 wird die neue Platte von Florent Marchet veröffentlicht. Wir haben sie noch nicht angehört, aber so sind wir dazu gekommen, sein erstes Album (Gargilesse – 2004) anzuhören. Rein zufällig. Da stellt sich die Frage: wie konnten wir an dieser LP vorbeikommen, obwohl wir schon über Courchevel geschrieben hatten?

Die (Pop)Musik und die Stimme von Florent Marchet passen perfekt zum anbrechenden Herbst. Sie klingen nach den Gefühlen, die wir irgendwo begraben hatten: Abgedämpft und doch jederzeit bereit, uns wieder zu zerreißen: manchmal lassen wir diese Gefühle wieder zu. Hätten wir besser wegrennen sollen (mes nouveaux amis), oder ist es besser so (Levallois)?

Reinhören:
Je n’ai pensé qu’à moi – Live
Tous pareil – Live

Forent Marchet bei Myspace

Note: ★★★★½ 

Benjamin Biolay – Pourquoi tu pleures?

26. September 2011 von Audiofrosch

In Frankreich treffen Filmemacher oft auf Liedermacher. Wenn diese Mischung gut gelingt, bekommt der Ausdruck “french touch” eine ganz neue Tiefe. Leider weiß keiner genau, was überhaupt “french touch” bedeutet. Wer damit in Berührung kommt, weiß zwar genau was es heißt - erklären, kann man es am Ende trotzdem nicht.

In dem Film ”Pourquoi tu pleures?” spielt Benjamin Biolay eine der Hauptrollen. Dazu komponierte er die passende Musik. Das Album bewegt sich zwischen Betty Blue, Südamerika, Serge Gainsbourg und modernem französischen Kino. Wer die Trägheit einer Urlaubsstadt nach Saison-Ende kennt, wird in diesem Album  bekannte Akzente hören.

Ich kann am Ende aber nicht anders, als zu schreiben, dass “pourquoi tu pleures” unglaublich französisch klingt. Aber wer kann das schon verstehen?  Typisch Biolay: ein Album, das immer zwischen Desillusionierung, Melancholie und Hoffnung schwebt.

Unbedingt anhören: c’est l’avantage, c’est magnifique, le bonheur mon cul

Reinhören: c’est l’avantage, c’est magnifique
Film Trailer: ansehen

Note: ★★★★½ 

She wants revenge – Valleyheart

16. August 2011 von Audiofrosch

Wer schon mal schwere oder träge Zeiten hatte, wird sich in der Musik von “She wants revenge” gleich wiederfinden. Wer mit der Mischung zwischen Melancholie und Rock etwas anfangen kann, wird “Valleyheart” lieben.

Es gibt Sänger, die es schaffen schlicht zu bleiben und uns zu berühren. Die Stimme klingt gleichzeitig nüchtern und emotional. Ich hab nie verstanden wie das gehen soll, aber es funktioniert. Joy Division, Liebera und She Wants Revenge gehören in diese Kategorie.

Mit diesem Album entwickelt sich die Band erfolgreich, ohne den Pfad zu verlieren: direkt, roh, große Gefühle ohne Schnickschnack.  Die Jungs klingen weniger elektronisch, die Melodien kommen im Vordergrund und die Arrangements sind poppiger geworden.

Unbedingt anhören: Maybe She’s Right, Kiss Me, Not Just a Girl, Little Star

Note: ★★★★☆ 

Reinhören:
www.myspace.com/shewantsrevenge

Offizielle Homepage:
www.shewantsrevenge.com

Cascadeur – The Human Octopus

15. Juni 2011 von Audiofrosch

An dem Ort, an dem Klassik, Pop und Electro zusammenfließen, schwimmt Cascadeur. Obwohl ich manchmal einen Einfluss von “Antony & The Johnsons” oder von “Erik Satie” zu hören glaube, kann man Cascadeur mit niemandem vergleichen.Viel Klavier, hoher Gesang, Geräusche, Samples und langsame Electrobeats: das ist die Klangwelt. Ein gewagtes Paradox-Spiel zwischen lächerlich, verletzlich und geheimnisvoll: das ist die Bildwelt.

“Cascadeur” bedeutet auf französisch “Stuntman”. Der Name passt: das Konzept wirkt in der aktuellen Radio- und Musiklandschaft wie ein großes Risiko: hyperemotional und doch verhalten, ätherisch, eigenwillig, offen. Das Album wagt  etwas neues, und fliegt berechnend, wie in Zeitlupe, weit über die üblichen Melodien und Strukturen, ohne experimentel zu klingen. Genau wie ein Stunt.

Cascadeur wurde fast zufällig entdeckt, als er einen Preis in 2008 in Frankreich gewann. Seinen Plattenvertrag bekam er erst in 2010. Schön zu merken, dass in Frankreich Künstler mit Talent und ohne Mainstream-Feeling auch Erfolg haben können.

Note: ★★★★★ 

Reinhören:
www.myspace.com/cascadeur
Sehen:
www.youtube.com/watch?v=ZlHx-RN3uCE
www.youtube.com/watch?v=d8TjRGVYOTs

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